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Oktopus in Pula

  • Autorenbild: Kerstin
    Kerstin
  • vor 16 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Die Anfahrt auf Pula erinnert uns an Genua. Trockendocks, viel Industrie und die typischen insektenähnlichen Hafenkräne. Als wir die Einfahrt der Marina ansteuern, staunen wir über die berühmte imposante römische Arena aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., die sich unmittelbar hinter den Yachten erhebt.

Hinter uns liegt entspanntes Segeln. Es fühlt sich gut an, unser Schiff wieder in seinem Element zu erleben. Sogar ein paar istrische Delfine haben zur Feier unseres ersten richtigen Segeltages ein Stelldichein gegeben. Wir nehmen es als gutes Omen für den Törn.


In Pula wollen wir eine heftige Bora abwettern und den freien Tag nutzen, die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu erkunden. Für die „Überfahrt“ in den Kvarner warten wir auf passende Winde, die für den übernächsten Tag angekündigt sind.

Wir geniessen die Facilities der alten Stadtmarina, in der (zumindest an unserem Steg) überwiegend abgehalfterte Boote liegen, viele mit einem „for sale“-Schild versehen.

Der Abend klingt an Deck aus mit einem Schluck Rosé namens „Im Lee“, Geschenk einer lieben (Segel)freundin.

Der Arena statten wir am Vormittag einen Besuch ab. Es sind ein paar Rentnergruppen (zu denen wir uns selbstredend noch nicht zugehörig empfinden!) und einige Schulklassen da, aber wir können uns in aller Ruhe auf die Ränge setzen und uns vorstellen, wie der Imperator mit einem einfachen Schwenk seines Daumens über das Schicksal der Gladiatoren entschieden hat. Ein beeindruckendes Bauwerk. In den Katakomben gibt es noch Amphoren und Olivenmühlen aus der Römerzeit zu bewundern.



Im Anschluss gehen wir auf die Suche nach der Altstadt. Die ist leider nicht wahnsinnig aufregend und übervölkert mit Reisegruppen. Wie wird das wohl in der Hauptsaison aussehen…

Wir finden das einzige Café, das nicht im Schatten liegt, und gönnen uns einen veliki Cappucchino, der leider nicht gross, sondern winzig ist. Der Supermarkt in der Fussgängerzone hat kein frisches Gemüse, so dass wir nur mit ein paar Crackern und Keksen zum Boot zurückkehren. Zum Mittagessen gibt es einen Börek auf die Hand. Auf dem Rückweg entdecken wir in einem Hinterhof ein super erhaltenes römisches Mosaik und die Überreste eines Tempels.

In der Marina spricht Stephan einen anderen Boatie an, der im Blaumann und mit Werkzeug des Weges kommt. Nach kurzer Unterhaltung auf Englisch stellt sich heraus, dass er Schweizer aus Basel ist und die Hälfte des Jahres auf seiner Motoryacht lebt. Ich frage ihn nach einem guten Restaurant, und er empfiehlt das Backyard als Top-Fischrestaurant. Flugs reservieren wir online einen Tisch.

Am Abend flanieren wir an der menschenleeren Arena vorbei und finden das Restaurant in einer abgelegenen Gasse, wo wir ohne den Insidertipp niemals gelandet wären.

Umsorgt von einer äusserst freundlichen und sehr kompetenten Bedienung geniessen wir wohl das beste Essen, das wir je in Kroatien hatten. Mit Sicherheit aber den leckersten Oktopus! Es kann passieren, dass wir künftig nur für ein Abendessen nach Pula segeln werden. Für die Stadt lohnt es sich nicht wirklich.




 
 
 

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